Vielen Dank, Sony!

22 12 2010

Ein Kollege von mir haute jüngst mit Herzblut in die abgenutzten Tasten seines Computers, im Begriff, all die Sonnen- und Schattenseiten über zehn Jahre PlayStation-Historie zusammenzufassen. Weit mehr als 10.000 Wörter sind es letztlich geworden. Das ist in etwa so viel Text, wie meine beiden Komplettlösungen zu Halo: Reach und LEGO Harry Potter: Die Jahre 1-4 zusammen – und schon letztere wog ganze 15 Din-A4-Seiten. Das Ergebnis seiner schweißtreibenden Arbeit kann sich sehen lassen: Der tiefgründige Artikel untersucht das Phänomen PlayStation akribisch von der Geburt bis zum Beinahe-Tod (der da PS3 heißt) und sprengt dabei mühelos das Inhaltsverzeichnis von GBase, sodass er in zwei Teilen veröffentlicht werden musste.

Nach einem ausführlichen Spielratgeber durften dann auch wir Redakteure ran. Viele haben in der hintersten Hirnschublade gekramt und sich in damalige Zeiten zurückversetzt, um ihr ganz persönliches PlayStation-Erlebnis zu Papier zu bringen. Mein Beitrag sah dann so aus:

»Obwohl ich bereits vor gefühlten Äonen grobkörnige Pixelmännchen auf dem Atari VCS ins Ziel gelotst und später unendliche Stunden in der Welt der NES-Module verbracht habe, machte mich erst die PlayStation zu dem, was ich heute bin. Ein begeisterter Videospieler nämlich. Anno 1996 schenkten mir meine Eltern die graue Konsole, dazu das erste Videospiel in meinem Leben, dessen faszinierende Welt auf eine CD gepresst wurde. Klobige Module waren passé. Auch die altbekannten Memory-Cards feierten ihr Debüt, die sogar bis heute überlebt haben. Ich stand nicht bei Wind und Wetter in einer Schlange, die vor diversen Elektrofachgeschäften händereibend die letzten Sekunden zum PlayStation-Launch zählte. Nein, ich wurde überrascht – ganz plötzlich und ohne Vorahnung zum sechsten Geburtstag. Um ehrlich zu sein wusste ich damals überhaupt nichts von der Spielkonsole Sonys.

Aufgeregt wie ich war, stöpselte ich alle notwendigen Kabel an das Gehäuse und legte mein ebenfalls zum Geburtstag erhaltenes V-Rally ein. Gut, ich bin ein Junge, und Jungs spielen vorzugsweise mit Autos. Aber mit Motorsport geschweige denn Offroad-Rallye hatte ich dann doch nichts am Hut. Dennoch: Die nie dagewesene Grafikpracht sog mich förmlich ein und ich sollte noch Wochen später mit meinem blauen Suzuki über die matschigen Pisten heizen.

So richtig in den Bann zog mich allerdings erst mein zweites PlayStation-Spiel, was zudem noch exklusiv für die Sony-Konsole erschien: Metal Gear Solid. Von da an war es um mich geschehen. MGS war kein gewöhnliches Videospiel für mich, es fesselte mich stundenlang. Selbst nach zweimaligem Durchspielen hatte ich noch nicht genug, kaufte mir das Lösungsbuch und wagte einen dritten Durchlauf, um wirklich alle Extras zu erspielen. Die hervorragende Geschichte, die imposanten Zwischensequenzen und die ausgefeilten Charaktere boten ein Spielerlebnis, das mich nicht nur zum Fan der Serie per se, sondern auch zum PlayStation-Liebhaber machte. Es schuf ein Band, welches erst die PlayStation 3 zu reissen vermochte. Denn so gern und viel ich auf PS One und Two damals spielte, heute lege ich meine Disk bevorzugt ins Laufwerk der Xbox 360. Nichtsdestoweniger habe ich der PlayStation viel zu verdanken. Sie ebnete den Weg und legte die Grundsteine für meine Laufbahn als Videospieler. Vielen Dank, Sony!«

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