Ich habe einen Vogel

16 10 2011

Vor einem halben Jahr kaufte ich mir das Highscore-Spielchen Tiny Wings im App Store – und damit einen Vogel, der mir bis heute die Nerven raubt. Ständig wage ich einen weiteren Versuch und schubse den kleinen Brummer über Hügel und Täler, jedoch immer nur bis zur vierten Insel, dann starte ich das Spiel erneut. Jeden Tag, immer und immer wieder. Weil ich nach dem dritten Inselsprung prompt gegen die Bergspitzen klatsche und mir somit den Erfolg versaue. Weil ich es nie schaffen werde, im Fiebermodus ohne Fehler über diese eine Insel zu fliegen. Niemals.

Trotzdem mache ich weiter, denn ich kann dem putzigen Federvieh einfach nicht böse sein. Wenn die Sonne aufgeht und er jauchzend über die Hänge rutscht, dazu noch die harmonische Melodie im Hintergrund klimpert, dann kann ich nicht anders als weiterzuspielen. Täglich ernte ich Seufzer von meinen Mitmenschen. Warum ich denn so hartnäckig sei, fragen sie dann. Ich würde es doch sowieso nicht schaffen und nur meine Zeit vergeuden. Zugegeben, das ist deprimierend. Aber ich werde nicht aufhören in die Wolken zu rauschen. Irgendwann, das verspreche ich, bezwinge ich auch die vierte Insel im Dauerflug. Vogelehrenwort.

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iPhone 4 Steve

6 10 2011

Steve Jobs ist tot. So traurig die Nachricht auch ist, überraschend kommt sie nicht. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende und Mitbegründer des Apple-Konzerns litt schon jahrelang unter schwerer Krankheit. Wie schwer, das vermochte niemand zu sagen. Steve Jobs war für seinen Ehrgeiz bekannt – und zog sich erst dann von seiner Arbeit zurück, als alles erreicht schien. „Apple hat ein visionäres und kreatives Genie verloren. Und die Welt einen außergewöhnlichen Menschen“, heißt es auf der offiziellen Apple-Website. Steven Paul Jobs entschlief am vergangenen Mittwoch im friedlichen Familienkreis. Der Messias der Hardware-Industrie ist von uns gegangen.

Für viele war Jobs eine Lichtgestalt. Doch nicht jeder Besitzer eines Apple-Produktes kann mit der Todesnachricht und den nun folgenden Nachrufen etwas anfangen. Dabei verdanken wir ihm einen Großteil heutiger Kult- und Statusobjekte. Unter seiner Schaffensperiode entstanden unter anderem der iPod, das iPhone und das iPad, der App Store, die Multiplattform iTunes sowie unzählige weitere Dienste und Serviceleistungen. Er führte das Apple-Unternehmen zu dem, was es heute ist. Sein Sinn für Ästhetik und Minimalismus prägen Apples Produktpalette bis heute.

Bleibt die Frage, ob das so bleiben wird. Alle Welt schreit immer nur nach neuer Technologie. Jeder erwartet Quantensprünge im Jahresturnus. Das kürzlich vorgestellte iPhone 4S ist eine konsequente Weiterentwicklung seines Vorgängers, trotzdem reagierten die Fans mit Spott und Enttäuschung. Es scheint, als erstickten wir im Technikluxus, ständig dürstet es uns nach etwas Neuem. Derweil sollte man den angeknabberten Apfel nicht im Vorfeld verteufeln, sondern das iPhone 4S als Abschiedsgeschenk an einen großen Geist sehen. Und einfach mal Danke sagen.





Mit kleinen Flügeln hoch hinaus

19 04 2011

Warum ist Doodle Jump für das iPhone so erfolgreich? Was macht es so besonders? Die gekritzelte Optik? Das simple Spielprinzip? Der putzige Charme des grünen Rüsselmännchens? Irgendetwas muss es ja sein, aber was es auch ist – Tiny Wings hat es auch. Das Minispiel schaffte es in Rekordzeit in die Charts und hält sich dort seit Wochen in den Top 5.

Bei diesem Preis-Leistungs-Verhältnis kein Wunder, kostet die Perle doch nur 79 Cent. Für nichtmal einen Euro darf man einem übergewichtigen Vogel mit minderwertig ausgeprägten Flügeln zum Fliegen verhelfen. Mittels Druck auf den Touchscreen plustert sich der kleine Kerl auf und gewinnt an Gewicht. So lässt sich am meisten Schwung gewinnen, den man zum Auftrieb braucht. Ist man indes zu langsam, bricht nach gewisser Zeit die Nacht herein und hüllt den Kleinen in kuschlige Träume.

Was bei Doodle Jump die Plattformen sind, sind in Tiny Wings unterschiedlich steile Inselhügel, die immer wieder eine besondere Herausforderung darstellen. Gegner gibt es keine. Nur eine liebenswerte Melange aus märchenhaften Kulissen und im Hintergrund dudelnden Elektroklängen.

Hat man nach einiger Übung alles richtig gemacht, kann der fröhlich jauchzende Gockel sogar am Wolkenkleid schnuppern. Das gibt Punkte und Geschwindigkeit – neben den sammelbaren Münzen die einzigen beiden Motivationsmotoren. Tiny Wings ist folglich eine kurzweilige Punktejagd, mit freischaltbaren Erfolgen und zuckersüßem Liebreiz. Aber was heißt schon Kurzweil? Ich jedenfalls überbrücke täglich lästige Wartezeiten mit dem kleinen Brummer. Ein Schmuckstück unter den Iphone-Spielen.





POLYGON 2010 – Das Lieblingsspiel der deutschen Gamingblogs

24 12 2010

Immer diese Spiele-Awards. Wer braucht die schon? Gewinnt letztendlich doch sowieso immer dasselbe Spiel. World of Warcraft hier, Grand Theft Auto da, Call of Duty dort drüben…
Es ist Zeit für etwas Neues. Für etwas Nichtkommerzielles. Polyneux meint, es wäre Zeit für eine Neuerfindung der Videospielpreisung. Daher sollen jetzt wir Blogger ran und unsere ganz persönlichen Highlights des vergangenen (huch, schon wieder so weit? Wie die Zeit vergeht…) Jahres festhalten. Und just das habe ich gemacht!

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